Die erste grosse Tour durch Paraguay haben wir hinter uns – es ging in den Chaco, wo viele vorher fragten, was das denn war und ich es selber auch nicht so ganz wusste. Also liessen wir Deutschen uns einfach mal ueberraschen.

Am Freitagmoren ging es ziemlich frueh (das kann man wohl sagen, um halb 1 nachts) los, mit einem Tourbus fuer ca. 25 Personen, also war der Bus mit uns 20 Deutschen rappelvoll. 6 Stunden sind wir dann ueber ziemlich holprige Strassen gefahren, sodass ich auch nicht viel, genau genommen gar nicht, geschlafen habe…bis wir dann in Filadelphia, einer Stadt in der Mitte des Chacos ankamen. Dort hatten wir ein schoenes Hotel (s. Bild oben rechts), es war nicht protzig oder so, aber wirklich sehr schoen…mit einem Pool, den wir, obwohl es gar nicht sooo warm war, am Freitag und Samstag auch genutzt haben…es war wirklich arschkalt, aber egal

Das ist der Chaco: Teilweise eine halbe Wueste, teilweise aber auch voll gruen…wir waren im mittleren Teil des Chacos, wo viel sehr sandig und wuestig ist, an der Grennze zu Bolivien aber gibt es auch Stellen mit Wassermooren und grossen Waeldern und so. Viele Menschen leben hier eigentlich nicht. Hier gibt es noch viele Indianer und dann drei verschiedene Mennoniten-Voelker, die fast alle perfekt Deutsch sprechen koenne (Hochdeutsch und Plattdeutsch, dass wir teilweise gar nicht verstanden haben
). Die haeufigsten Baeume, die es hier gibt, sind Palmen, wunderschoene Palmen…und dann gibt es noch ewig lange, gerade Strassen…

Aber es war wirklich wunderschoen…wir haben viele Museen besucht (was ich ehrlich gesagt etwas langweilig fand, wie immer
), aber wir waren auch bei anderen Sachen und haben viel von der Natur und den Menschen kennengelernt, was ich mit den naechsten Bildern und Worten beschreiben werde…
Am Freitag also haben wir uns dann die Stadt angeguckt und sind dann in eine Erdnussfabrik gelaufen, die in dieser Stadt war…dort wurde uns das alles gezeigt, erst ein riesiger Haufen voller Erdnuesse und dann die Fliessbandarbeiter bis hin zur Verpackung…nach dem Mittagessen dann sind wir in eine Sattelwerkstatt gefahren, die Westernsattel machen und in alle Welt verkaufen. Und danach waren wir auch noch in einem anderen Dorf, wo viele Indianer leben und wir haben sehr viel ueber die Indianer gelernt, das war wirklich sehr interessant.

Erdnussfabrik und Sattelwerkstatt

Wie immer viele Fotos gemacht…natuerlich auch Gruppenbilder…insgesamt hab ich nur im Chaco (aussortierte) 300 Fotos gemacht…aber ich stell nicht so viele mehr rein, sonst hab ich nichts, die ich euch in Deutschland noch zeigen kann.

Die Indianer…im Chaco haben die Mennoniten ueberhaupt keinen Stress mit den Indianern, gegenseitig repektieren sie sich endlich und unterstuetzen sich auch, indem die Mennoniten ihnen Geld und Arbeit geben und sie aber andererseits auch in Ruhe lassen und sich nicht in ihre Sachen einmischen. Dennoch kann man die Indianer nicht in allen Sachen verstehen, zumindest leben sie sehr anders als wir. Sie sind…ich wuerde sagen, einfach nur sehr naiv. Also, sie haben ein sehr naives Denken teilweise. Sie glauben sehr stark an die Seele, sie spielt eine sehr wichtige Rolle im ganzen Alltag. Wecke zum Beispiel niemals einen Indianer. Denn wenn man schlaeft, glaubt der Indianer, ist die Seele auf Reisen und wenn sie zurueckkommt, wacht man wieder auf. Wenn man zu schnell rennt und nicht mehr kann, dann ist das, weil die Seele nicht mehr mitkommt…man kann erst weiterrennen, wenn die Seele wieder da ist…Indianer duerfen auch nie nein sagen, dass ist eine Schandtat…und so weiter…Und eine Tradition von ihnen ist auch, dass man, wenn man etwas schlimmes tut (was, wissen wir bei der Frau oben auf dem Foto leider nicht), verstossen wird und auf einem kleinen Grundstueck in einer Huette allein leben muss…man darf keinen Kontakt mehr haben, zu niemandem…das ist echt heftig…
Nach dem Besuch sind wir dann zurueck gefahren und waren dann recht frueh im Bett, weil wir alle ziemlich muede waren…vorher aber hatten wir noch sehr viel Spass beim Essen, als eine der Deutschen “papadas fritas” bestellte…wenn man naemlich eine Cola mit Pommes haben will, so bestellt man auf Spansich: “una coca con papatas fritas”….wenn man dann hingegen “una cola con papadas fritas” bestellt, so lacht dich der Kellner aus, weil du nach einem Popo mit fritierten Haengebacken verlangst….so wurde es dann ein sehr lustiger Abend…:D
Am Samstag dann ging es auf einen Schlachthof, was fuer mich eine sehr interessante Erfahrung war…ich fand es nicht schlimm, die Kuehe da tot zu sehen, wie sie gehaeutet wurden, ihre Zungen und Koepfe abgeschnitten wurden oder ihre Gedaerme aus dem aufgeschlitzten Bauch fielen (wir durften leider keine Fotos machen…)…das einzige, was ich nicht so schoen fand, war, dass man am Anfang die noch lebenden Kuehe sah, die nach 15 Minuten (wirklich, nicht laenger) schon in mehreren Stuecken in einer eingeschweissten Tuete verpackt waren…aber gut, so ist das Leben…und danach ging es noch in eine grosse “Milchproduktion”…

Schlachthof und Milchproduktion

Am Nachmittag, nach einem sehr leckeren Essen in einem sehr haesslichen Restaurant (oben links), wurde es dann am Nachmittag richtig schoen. Wir sind in die Natur gefahren, zu einer Salzlagune und dann auf einen Bauernhof…wir haben Flamingos gesehen (oben rechts) und dann seeehr viele Fotos gemacht…

Links sieht man die beruehmten Lapachosbaeume und rechts sind wir auf dem Weg zur Salzlagune

Dort angekommen, genossen wir die herrliche Landschaft und schossen viiiiiiiiiiele Fotos…hier auf dem Bild die Gochers

Und danach waren wir auf einem Bauernhof…ich mein, gut, ich kannte jetzt schon einen Bauernhof, aber es war trotzdem schoen
Am Abend dann haben wir noch eine Schnitzeljagd gemacht…wir mussten im Dorf rumlaufen und verschiedene Aufgaben loesen…wir mussten zum Beispiel einer Frau eine Blume schenken und ihr dann etwas nettes sagen oder ein Fahrrad besorgen und damit 100 Meter fahren oder ein Bild mit drei Einheimischen und einem Hut machen…das war echt lustig und so hatten wir wieder einen schoenen Abend…Der wunderschoen endete, indem wir noch ein bisschen rausgefahren sind und uns die Sterne angeguckt haben…

Am Sonntag ging es dann noch zum letzten Punkt auf unserer Liste, in eine Stadt namens Boqueron, wo der dreijaehrige Chacokrieg zwischen Paraguay und Bolivien stattfand…

So sahen wir dann noch eine nachgebaute Hoehle, wie die Soldaten sich frueher geschuetzt haben (oben links) und besuchten ein Massengrab…

Das war auch wieder so eine seeehr karge, graue Landschaft und unser deutscher Reisefuerer meinte auch, wenn man hier ein Loch buddeln will, dann kann man das ja mal versuchen….sonst gab es da aber auch viele Kakteen (von einem hab ich jetzt einen Splitter im Finger) und viele Baeume mit Dornen (in einen Dorn bin ich reingetreten…) und viiiel Wald…ich hab fuer Astrid auch zwei Vogelnester mitgebracht, sie hat sich sehr gefreut…und heute in ihren Kindergarten mitgenommen…
Und dann sind wir zurueckgefahren, dem Sonnenuntergang entgegen…(oben rechts..)
Das war mein Chacowochenende..es war wirklich schoen, obwohl alle von den Paraguayern meinten, naechste Woche bei den Wasserfaellen wirds noch schoener…na dann
Heute war ich dann (anstatt in der laaaaaangweiligen Schule) mal mit meiner Gastmama im Kindergarten
Das war auch sehr lustig
))
Also dann…habt Spass in den letzten zwei Wochen Ferien, ich melde mich, Jakob